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Ernst Hannawald

Ernst Hannawald wurde am 20. Oktober 1959 in Haidholzen bei Rosenheim geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern wuchs er in Heimen auf. Er lebte in Hippiekreisen in Amsterdam und London.
Nach seiner Entdeckung 1977 für den Kinofilm "Die Konsequenz", in dem er neben Jürgen Prochnow die Hauptrolle spielte, folgten Rollen in Kinofilmen unter anderem mit Manfred Krug, Ursula Monn und Marcello Mastroiani sowie viele Fernsehproduktionen, unter anderem "Zur Freiheit" (1986), "Mali" (1995), "Café Meineid", "Zeit genug", "Tatort", "Löwengrube", "Derrick", "Der Fahnder" und "Forsthaus Falkenau".
Er hat wieder mit der Schauspielerei begonnen, schreibt Drehbücher und Gedichte. Regisseurin Dominique Klughammer hat im Jahr 2000 eine autobiographische Filmdokumentation über sein Leben für das ZDF produziert.

Das Leben ist kein Film

Man kennt sein Gesicht von Leinwand und Bildschirm - und von den Überwachungskameras zweier Banken: Ernst Hannawald, mit 18 Jahren als "James Dean" von Deutschland verehrt, wird mit 38 Jahren im Drogenrausch zum Bankräuber.
Die Autobiographie des begabten Schauspielers ist ein erschütternd ehrlicher und schonungslos offener Bericht von einem Leben, der das Drehbuch zu einem Hollywoodfilm liefern könnte. Aber sein Leben ist kein Film, sondern pure Realität. "Eine wüste Biographie", so fasste der psychiatrische Gutachter seine Erkenntnis beim Bankraub-Prozess gegen Ernst Hannawald zusammen.
Die Horror-Kindheit, aufgewachsen ohne Wärme und Liebe, misshandelt und in Heime abgeschoben, brachte dem sensiblen Jungen mehr seelische Wunden bei, als ein Mensch normalerweise ertragen kann. Trotz dieser denkbar schlechten Vorausssetzungen gelang es ihm, sein trauriges Kinderschicksal hinter sich zu lassen.

Mit 18 Jahren wurde er von Hollywood-Regisseur Wolfgang Petersen entdeckt. Er erhielt die Hauptrolle in einem Kinofilm und wurde über Nacht, ohne Schauspielausbildung, zum Filmstar. Das Naturtalent wurde als "James Dean" von Deutschland gefeiert. Es folgten viele Haupt-und Serienrollen in Kino und Fernsehen.

Ernst Hannawald hatte es geschafft, er war ganz oben. Doch eines Tages holte ihn das Schicksal wieder ein. Das tragische ist, dass er seine Schicksalsschläge visionär erlebte und ihnen doch nicht entrinnen konnte. Ein schwerer Autounfall, bei dem seine Verlobte und zwei Freunde den Tod fanden, war der Beginn eines vernichtenden Strudels, der ihn immer tiefer hinabzog, bis in die Drogensucht, und zuletzt ins berufliche Aus.

Der Mann, der vor dem Nichts stand, verübte in seiner Verzweiflung im Drogenrausch zwei Banküberfälle und wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

Nur seine starke Persönlichkeit, sein Glaube zum Buddhismus und die Liebe einer Frau ließen Ernst Hannawald überleben - und neu beginnen.

Ernst Hannawald - Das Leben ist kein Film, 250 Seiten, geb.SFr. 34,90, € 19,90, ISBN 3-9521952-5-1